von Renee

3 Minuten Lesezeit

Rabattkultur: Der Preis des Rabatts

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Discountkultur

 

Wie oft kaufen Sie etwas mit einem Rabatt? Wir werden mit auffälliger Werbung, zeitlich begrenzten Angeboten und Last-Minute-Urlaubsangeboten überschwemmt. Aber führen diese ständigen Preisnachlässe nicht dazu, dass die Produkte an Wert verlieren? In diesem Artikel gehen wir näher auf die Rabattkultur ein.

Woher kommen die Rabatte?

Die Ursprünge der Rabatte sind mit dem Marketing verflochten. Coca-Cola war das erste Unternehmen, das Rabatte in Form von Gutscheine, verwendet im Jahr 1887. Big Boss Asa Chandler wollte das Getränk einem breiteren Publikum bekannt machen: also entwarf er handgeschriebene Coupons, die gegen ein kostenloses Glas Coca-Cola eingelöst werden konnten (Spaßfakt: ein Glas Coca-Cola kostete damals 5 Cents). Ziel war es, mehr Menschen auf diese Weise zum Probieren des Getränks zu bewegen, und das war ein großer Erfolg. Bis 1913 wurden bereits 8,5 Millionen kostenlose Cola-Gläser verteilt.

Weiter zurückgehend auf antike Tauschsysteme entstand die Form von Rabatten als ausgehandelter Wert von Waren. Mit dem Aufkommen der Kaufhäuser in den 1860er Jahren wurden feste Preisschilder, sondern auch saisonale Verkäufe. Supermärkte und Ladenketten haben im 20. Jahrhundert ihre Werbeaktionen ausgeweitet, und im digitalen Zeitalter sind Rabatte nur noch beliebter geworden.

Die Psychologie hinter der Rabattkultur

Man könnte also argumentieren, dass Rabatte eine Marketingstrategie sind. Sie spielen auch eine wichtige Rolle dabei, wie ein Verbraucher den Wert eines Produkts beurteilt. Ein Produkt wird attraktiver, wenn es ein „Schnäppchen“ ist; man bekommt sogar einen kleinen Serotoninschub Von. Ständige Preisnachlässe können jedoch bei den Verbrauchern Fragen aufwerfen. Wenn Sie Ihr Produkt immer mit einem Preisnachlass versehen, wie viel ist es dann tatsächlich wert?

Damit einher geht auch das Gefühl der Dringlichkeit. Diese entsteht durch zeitlich begrenzte Angebote: Sie entscheiden sich für einen Spontankauf, weil Sie sonst das Angebot verpassen würden. Neurologisch gesehen wird durch den Abschluss dieses Geschäfts das Belohnungssystem des Gehirns stimuliert, wodurch Dopamin freigesetzt wird und Sie sich euphorisch fühlen. Aber es kann auch zur Gewohnheit werden, weil man eine so kleine Serotoninschub bekommt. Die Jagd nach Rabatten ist dann wichtiger geworden, als das zu kaufen, was man wirklich braucht. Nach dem Kauf überkommt Sie vielleicht ein schlechtes Gewissen: Schließlich haben Sie es nicht wirklich gebraucht. Im Falle von Rabatten wird dieses Gefühl jedoch oft durch eine nachträgliche Rationalisierung gemildert: Der Kauf wird mit dem Rabatt gerechtfertigt (wer kennt den TikTok-Trend ‚

Mädchen-Mathematik

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Die Auswirkungen auf die Markentreue

Markentreue ist die Loyalität eines Verbrauchers gegenüber einer Marke, die sich in seinen Kaufgewohnheiten zeigt. Ständige Preisnachlässe können ungewollt ein Zeichen dafür sein, dass eine Marke verzweifelt versucht, ihre Produkte zu verkaufen, und die Verbraucher fragen sich: Wenn die Marke ihre Produkte nicht genug wertschätzt, um einen konstanten Preis zu halten, warum sollten sie es dann tun? Ein ständiger Ausverkauf kann daher das Vertrauen und die Loyalität der Verbraucher gegenüber einer Marke mindern.

Auswirkungen auf kleinere Marken

Für aufstrebende Marken oder Marken mit begrenzten finanziellen Ressourcen kann es schwierig sein, mit dem Rabatttempo größerer Unternehmen Schritt zu halten. Sie können zwar Qualität bieten, aber die Macht der großen Marken und ihr ständiger Ausverkauf können kleinere Marken in den Schatten stellen. Start-ups müssen in dieser bestehenden Discount-Kultur eine Entscheidung treffen: sich der Discount-Parade anschließen und die Gewinnmargen senken oder die Preise beibehalten und riskieren, übersehen zu werden?

Der Einfluss von Preisnachlässen auf das Kaufverhalten

Zu jeder Jahreszeit, zu den Feiertagen und sogar in den Ferien gibt es überall Schlussverkäufe. Auf diese Weise werden die Verbraucher darauf konditioniert, mit dem Kauf zu warten. Warum jetzt etwas kaufen, wenn Sie wissen, dass es bald mit einem Rabattaufkleber versehen sein wird? Diese Erwartung kann den „normalen“ Kaufzyklus durcheinander bringen und zu unvorhersehbaren Verkaufsmustern führen. Dies wiederum erschwert den Unternehmen die Schätzung und den Kauf von Aktien.

Also, Rabatte: kluger Schachzug?

Rabatte sind sowohl für etablierte als auch für neue Marken ein zweischneidiges Schwert. Die großen Marken müssen abwägen, ob die kurzfristigen Umsätze eine mögliche Abwertung und die steigenden Erwartungen der Verbraucher an ständige Preisnachlässe aufwiegen. Können sie ohne ständige Preissenkungen treue Kunden an sich binden? Für kleinere Marken besteht die Herausforderung darin, Kunden mit Preisnachlässen anzulocken, ohne ihren einzigartigen Wert oder ihre Gewinnspanne zu gefährden.

Die Rabattkultur hat sowohl Vorteile als auch Tücken. Marken sollten strategisch handeln, ihre Preispolitik an langfristigen Zielen ausrichten und die sich ändernden Erwartungen der Verbraucher berücksichtigen. Wo liegt in dieser Welt der ständigen Preisnachlässe der wahre Wert eines Produkts? Die Antwort ist nicht einfach, aber die Frage zu stellen ist in unserem sich wandelnden Markt unerlässlich.

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Thomas van Mossel

Mehrwertsteuerberater

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